Anatomie

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Hornhaut – Cornea

Die Hornhaut ist eine transparente Gewebestruktur, die das Auge nach vorne begrenzt. Es ist das Fenster zur Aussenwelt, da alles Licht durch die Hornhaut in das Auge einfällt. Auch bestimmt die Hornhautform zum grössten Teil den Brechwert des Auges. Das einfallende Licht wird gebündelt und scharf auf der Netzhaut abgebildet. Die Hornhaut ist vollständig mit Nerven durchzogen und ist daher sehr schmerz- und reizempfindlich. Im gesunden Zustand ist sie frei von Blutgefässen. Einsprossung von Blutgefässen sind nur als pathologische Reaktion auf Sauerstoffunterversorgung oder andere Reize zu beobachten. Es ist zwar möglich diese Neubildung aufzuhalten, jedoch können dauerhafte Veränderungen bestehen bleiben.

Die Hornhaut besteht aus 6 unterschiedlichen Schichten und ist durch eine spezielle Bindegewebsstruktur vollkommen durchsichtig. Die Hornhaut wird von aussen über den Tränenfilm und von innen durch das Kammerwasser ernährt.
Man unterscheidet folgende Hornhautschichten voneinander:

  • Hornhautepithel: Diese äußerste Zellschicht hat direkten Kontakt mit dem Tränenfilm und zeichnet sich durch eine hohe Regenerationsfähigkeit aus. Sie kann bei der Durchführung einer PRK oder Lasek problemlos entfernt werden und erneuert sich nach Durchführung des Eingriffs meist innerhalb von 2 Tagen.
  • Bowman`sche-Membran: Diese Membran verbindet das Stroma, den dicksten Teil der Hornhaut, mit dem Epithel und führt eine schützende Funktion aus. Sie ist nicht regenerationsfähig -Verletzungen verbleiben mit trüber Narbenbildung.
  • Stroma: Das Stroma macht etwa 90 % der Gesamtstruktur der Hornhaut aus und besteht aus Kollagenfasern. Die parallele Anordnung dieser Fasern erlaubt die völlige Transparenz der Hornhaut. Bei der Lasik wird in dieser Schicht der Hornhautdeckel (Flap) erzeugt. Dieser wird zur Seite aufgeklappt, anschliessend werden die Krümmungsradien der Hornhaut mit dem Excimerlaser modelliert.
  • Descement-Membran: Eine dünne, elastische aber auch besonders widerstandsfähige Membran. Sie besteht aus Kollagen und Laminin, ist zwar regenerationsfähig, allerdings erfolgt die Heilung nur unter Narbenbildung! Funktionell stellt sie die Barriere zur Vorderkammer dar.
  • Endothel: Die innerste Hornhautschicht, die mit dem Kammerwasser in Verbindung steht. Sie ist für die Ernährung der Hornhaut von innen verantwortlich und sorgt durch Endothelpumpen für einen gleichbleibenden Wassergehalt in der Hornhaut. Diese Membran ist somit extrem wichtig für die Nährstoffversorgung der Hornhaut. Sie ist nicht regenerationsfähig. Abgestorbene oder veränderte Zellen werden nur durch Vergrösserung umliegender Zellen kompensiert – sogenannter Polymorphismus.

Im optimalen Fall ist die Hornhautoberfläche annähernd kugelig geformt, wobei sie zum Rand hin leicht abflacht. Wenn man von einer Hornhautverkrümmung spricht ist die Hornhaut nicht rotationssymmetrisch, also kugelig geformt ist, sondern sie weist eine Krümmungsanomalie auf. Auf die Hornhaut einfallende Lichtstrahlen werden dann astigmatisch abgebildet. Bei einer sphärischen, kugeligen Hornhaut würde ein Punkt völlig identisch auf der Netzhaut abgebildet. Bei einer astigmatischen Hornhaut wird eine Achse etwas stärker gebrochen als, die meist senkrecht dazu liegende, andere Achse. Aus einem ursprünglichen Bildpunkt wird eine verzerrte ovale Abbildung . Daher bekommt die Hornhautverkrümmung ihren Namen ‐ Astigmatismus bedeutet Punktlosigkeit.

Je stärker ausgeprägt die Hornhautverkrümmung ist, desto störender werden die optischen Unregelmäßigkeiten. Treppenstufen oder Türrahmen können schief gesehen werden. Eine Korrektur durch Kontaktlinsen oder Brille ist dann notwendig. Der Ausgleich erfolgt über torische Brillengläser. Diese Gläser haben in zwei senkrecht zueinander stehenden Schnitten unterschiedliche Brechwerte und korrigieren so die Brechungsanomalie der Hornhaut.

Augenlinse

Die Augenlinse ist durchsichtig, weist eine nach vorne und hinten kugelige Gestalt auf und ist frei von Blutgefäßen. Sie befindet sich direkt hinter der Regenbogenhaut und besteht zu 65% aus Wasser, zu 35% aus Eiweiß. Die Augenlinse kann ihre Form verändern – dadurch wird ihre Brechkraft erhöht oder verringert. Dieser als Akkommodation bezeichnete Mechanismus erlaubt die Einstellung des Auges auf scharfes Sehen in der Ferne, der Nähe und allen erdenklichen Zwischendistanzen. Diese Änderung der Linsenform wird über die Zonulafasern vermittelt, die je nach Anspannung des Ziliarmuskels die Linse mehr oder weniger kugelig formen.
Mit zunehmenden Alter verliert die Augenlinse langsam ihre Fähigkeit sich in ihrer Form zu ändern. Dadurch entsteht ab dem etwa 45. Lebensjahr die Altersweitsichtigkeit oder Presbyopie. Zum Lesen muss dann eine Lesehilfe verwendet werden.
Die häufigste Veränderung in der Augenlinse ist eine ebenfalls altersbedingte Eintrübung des Linsengewebes. Dies wird als Grauer Star oder Katarakt bezeichnet. Durch die zunehmende Trübung wird das Sehen schlechter, helfen kann dann nur ein operativer Eingriff, der die getrübte Linse entfernt und durch eine neue künstliche Linse ersetzt.

Lederhaut-Sklera

Als Lederhaut oder Sklera wird das widerstandsfähige, weisse Gewebe bezeichnet, welches die eigentliche äußere Augenhülle darstellt. Sie besteht aus miteinander verflochtenen Bindegewebsfasern, die das Augeninnere schützen. Die Lederhaut bestimmt im Zusammenspiel mit dem Augeninnendruck die runde, kugelige Form des Augapfels. Darüber hinaus setzen von aussen die Augenmuskeln an der Sklera an, die für die Augenbewegungen verantwortlich sind.

Regenbogenhaut – Iris

Die Regenbogenhaut bestimmt mit ihrer Pigmentierung unsere Augenfarbe und befindet sich zwischen der Hornhaut und der Augenlinse. Je stärker die Iris pigmentiert ist, um so dunkler erscheint sie. Sie weist eine runde, zirkuläre Form auf, in der Mitte befindet sich eine runde Öffnung, die als Pupille bezeichnet wird. Die Pupille erscheint schwarz und ihre Größe variiert mit der Intensität des einfallenden Lichtes. Muskelfasern innerhalb der Iris vermitteln diese als Pupillenreaktion bezeichnete Anpassung an die Umgebungshelligkeit. Auch können bestimmte Augentropfen, Medikamente oder emotionale Veränderungen die Pupillengröße beeinflussen.

Pupille

Die Pupille ist die schwarze Öffnung im Zentrum der Regenbogenhaut. Muskelfasern der Regenbogenhaut verändern ihre Größe und können die Pupillen eng- oder weit stellen. Die in das Auge einfallende Lichtmenge wird somit reguliert und sorgt für einen in jeder Situation optimalen Lichteinfall auf die Netzhaut.

Kammerwasser

Das klare Kammerwasser ist eine Flüssigkeit, die die Vorderkammer des Auges (Raum zwischen der Hornhaut und der Regenbogenhaut) als auch die Hinterkammer des Auges (Raum zwischen Regenbogenhaut und Augenlinse) ausfüllt. Diese beiden Bereiche im Auge sind durch die Pupille miteinander verbunden. Das Kammerwasser ist für die Ernährung der Hornhaut und der Augenlinse verantwortlich, trägt aber auch dazu bei, die Form und Tonisierung der vorderen Augenanteile zu gewährleisten. Die Menge des Kammerwassers hat grossen Einfluss auf den Augeninnendruck. Wenn der Druck zu hoch ist, kann es zu Schädigungen des Sehnervens kommen – man spricht dann von glaukomatösen Veränderungen > Grüner Star.

Netzhaut – Retina

Die innerste Schicht des Auges ist die Netzhaut. Sie verwandelt Licht in elektrische Signale um, die über den Sehnerv an das Gehirn weitergeleitet werden. Hier findet das eigentliche Sehen statt. Die Umwandlung von Licht in elektrische Impulse wird über zwei unterschiedliche Photorezeptoren vermittelt, den Zapfen und den Stäbchen. Mit den Zapfen können wir scharf und farbig sehen – sie sind hauptsächlich beim Tagessehen aktiviert. Die Stäbchen erlauben schwarz-weiss Sehen in der Dunkelheit. Die Integrität der Netzhaut ist entscheidend für das Sehen. Wenn sich z.B. die Netzhaut von der sie ernährenden Schicht (dem Pigmentepithel) abhebt, sprechen wir von einer Netzhautablösung. Wenn eine solche Erkrankung nicht zeitnah operativ versorgt wird, verbleibt eine dauerhafter gravierende Sehverminderung.

Sehnerv

Über den Sehnerv werden die von der Netzhaut generierten elektrischen Impulse an das Gehirn weitergeleitet. Im Gehirn können die von der Netzhaut erzeugten Reize letztlich zu Bildern umgerechnet und somit gesehen werden.
Wenn eine Erkrankung des Sehnerven vorliegt, kann es zu Gesichtsfeldausfällen oder zu einer generellen Verschlechterung des Sehens kommen. Bei einer Erhöhung des Augeninnendrucks – einer Erkrankung die als Grüner Star oder Glaukom bezeichnet wird – wird der Sehnerv zunehmend geschädigt und verursacht eine langsam zunehmende Sehverschlechterung. Beim Glaukom ist eine engmaschige Kontrolle des Sehnervs und seiner einzelnen Nervenfasern von hoher Bedeutung.

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Makula

Als Makula wird die Stelle des schärfsten Sehens der Netzhaut bezeichnet. In der Makula ist die Anzahl der Sehzapfen am höchsten. Insofern kann hier die schärfste und detaillierteste Bildwahrnehmung vermittelt werden. In einem gesunden Auge werden die einfallenden Lichtstrahlen auf die Makula fokussiert, um ein optimales Sehen zu erreichen.
Erkrankungen oder Veränderungen an der Makula verursachen eine Sehverschlechterung im zentralen Gesichtsfeld und eine Reduzierung der Sehschärfe. Besonders wichtig für das Autofahren oder das Lesen. Manchmal können sogar Gesichter nicht mehr erkannt werden. Eine häufige Erkrankung dieser Netzhautregion ist die „altersabhängige Makuladegeneration“, die ab dem ca. 50. Lebensjahr auftreten kann und eine degenerative Erkrankung darstellt.

Glaskörper

Der Glaskörper besteht aus einer gallertartigen Substanz, ist durchsichtig und füllt den größten Teil des Augeninnern zwischen Augenlinse und Netzhaut aus. Sein Druck von innen hilft die Form des Auges aufrecht zu erhalten. Normalerweise an einigen Punkten fest mit der Netzhaut verbunden, kann sich die hintere Glaskörperschicht abheben. Häufig sind dann schwarze Punkte und Glaskörperschäden, sog. Floater oder fliegende Mücken zu sehen.

Bindehaut – Konjunktiva

Die Bindehaut ist eine dünne transparente Schleimhaut, die den vorderen Abschnitt des Auges überzieht sowie den inneren Teil der Augenlider auskleidet. Zwischen diesen beiden Strukturen bildet sie den Bindehautsack. Auch wenn es eine durchgehende Membran darstellt, wird sie in drei Teile unterteilt:

  • Lidbindehaut: diese setzt an der inneren Lidkante an und ist mit der Innenseite der Lider fest verbunden.
  • Fornix: oder auch Umschlagfalte. hHermit wird der Übergang der Lidbindehaut zur Bindehaut des Augapfels bezeichnet und ist der tiefste Punkt des Bindehautsacks.
  • Augapfelbindehaut: bedeckt die Lederhaut, beginnend vom Fornix bis zur sichtbaren Hornhaut.

Die Becherzellen der Bindehaut produzieren ein schleimartiges Sekret, das einen großen Bestandteil des schützenden Tränenfilms darstellt und das Gleiten der Lider auf dem Augapfel gewährleistet. Außerdem sorgt sie für eine spiegelglatte klare Oberfläche der Hornhaut.

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Aus vielerlei Gründen kann es zu einer Bindehautentzündung kommen. Neben Infektionen durch Viren oder Bakterien kann es auch zu allergischen Reaktionen der Bindehaut kommen. Auch ein trockenes Auge zieht häufig eine Entzündung nach sich – Conjunctivis sicca. Ebenso können Umwelteinflüsse reizend auf das Auge einwirken und zu einer Bindehautentzündung führen. Bemerkbar macht sich solch eine Conjunctivitis durch Rötung, Schleim – oder Eiterbildung, Augenbrennen, Fremdkörpergefühl sowie vermehrtes Tränen. Außerdem ist nicht selten das Sehen verschwommen.

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Lider

Die Ober- und Unterlider schützen die Augen vor Fremdkörpern, indem sie sich reflexartig schliessen. Sie umschliessen die Augenhöhle nach vorne ab und gewährleisten die Befeuchtung des Auges durch die regelmässige Verteilung des Tränenfilms. Die Aussenseite der Lider besteht aus einer elastischen Hautfalte, die Innenseite wird von der Lid-Bindehaut ausgekleidet. Auf der Lidkante befinden sich die Augenwimpern zum Schutz vor Schweiss und Staub. Angrenzend nach innen Drüsen, die mucin- und lipidhaltige Sekrete absondern. Diese Sekrete sind wichtige Bestandteile des Tränenfilms, da sie zu einer gleichmässigen und dauerhaften Benetzung der Augen beitragen.
Bei einer Fehlfunktion der Drüsen kann es zu unangenehmen Reizzuständen mit trockenen Augen kommen. Der Lidhebermuskel, der vom Nervus oculomotorius innerviert wird und der Lidschliesser welcher vom Nervus facialis innerviert wird, sorgen dafür, dass die Lider willentlich geöffnet und geschlossen werden können. Sie dienen aber auch dem reflektorischen und unwillkürlichen Lidschlag.

Tränenapparat

Das Tränensekret wird hauptsächlich in der Tränendrüse – Glandula lacrimalis gebildet, die sich oben aussen neben dem Augapfel in der Augenhöhle befindet. Ergänzt werden die Tränen durch Sekrete aus den Meibom`schen Drüsen (Lipide), den Zeiss’schen Drüsen (Talg) und den Krause -Drüsen, die sich in den Lidern selbst befinden. Durch Blinzeln wird der Tränenfilm in regelmäßigen Abständen über das Auge verteilt. Er sammelt sich im Lidwinkel, versickert dort im Tränenpünktchen und gelangt  über die Tränenkanälchen in den Tränenwegsausgang,  um letztlich in die Nase abzufliessen. Die Tränenpünktchen als Öffnungen der Tränenwege, kann man innen an der Lidkante im Ober- und Unterlid im Spiegel gut erkennen.
Für ein scharfes und angenehmes Sehen ist die Funktionsfähigkeit des Tränenapparates sehr wichtig. Ständig tränende Augen deuten auf eine nicht ausreichender Lipidproduktion hin. Ist die Sektretproduktion eingeschränkt oder deren Qualität nicht ausreichend, kommt es zu einem frühzeitigem Aufreißen des Tränenfilms. Beschwerden wie Jucken, Brennen und Fremdkörpergefühl sind die üblichen Symptome. Bei fortgeschritteneren Krankheitsverläufen können dauerhafte Schäden an der Hornhaut bis hin zur Vernarbungen verbleiben.

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Ziliarmuskel

Der Ziliarmuskel befindet sich im vorderen Bereich der Aderhaut und hat die Form eines Ringmuskels. Ausgehend von diesem Muskel halten die sogenannten Zonulafasern die Augenlinse in ihrer Position und bilden so einen feinen Aufhängeapparat.

Aderhaut – Uvea

Als Aderhaut wird die stark gefäßdurchzogene Schicht des Auges zwischen Netzhaut und Sklera bezeichnet. Sie ist für die Ernährung der Netzhaut, der innersten Schicht des Auges verantwortlich. Man kann die Aderhaut in zwei Teile unterteilen. Im vorderen Teil des Auge gehört die Iris oder Regenbogenhaut mit zur Uvea, daneben auch der Teil des Ziliarkörpers, der für die Kammerwasserproduktion verantwortlich ist. Der hintere Teil der Uvea wird als Choroidea bezeichnet und befindet sich zwischen Netzhaut und Lederhaut. Eine Entzündung der Aderhaut (Uveitis) kann schwerwiegende Folgen haben und nicht selten können andere Organe im Körper die Ursache sein. Die Aderhaut reagiert quasi sekundär auf andere Erkrankungen eines Menschen.