Liste der wichtigsten Modelle von Intraokularlinsen (Basisliste für Patienten)

Nachfolgend möchten wir Ihnen eine Auswahl der bekanntesten Intraokularlinsen vorstellen. Wenn Ihr Augenarzt Sie über die für Sie ausgewählte Linse informiert, ist die Chance gross, dass Sie hier schon etwas darüber gelesen haben. Zum besseren Verständnis haben wir die Beschreibungen etwas vereinfacht und die Linsenmodelle mit identischen Eigenschaften zusammen gruppiert.

Multifokale Intraokularlinsen

Wir beginnen mit den Linsen, die die natürliche Augenlinse ersetzen und mehr als einen Brennpunkt aufweisen. Zielsetzung dieser Linsen ist es, den Patienten ein brillenfreies Sehen in allen Entfernungen zu ermöglichen. Um dieses Ziel ohne Verlust der Sehqualität zu erreichen, haben die Hersteller verschiedene Strategien und Designs entwickelt, auf die wir im Einzelnen weiter unten zusammen mit der Linsenvorstellung eingehen. Abhängig vom Design (Anzahl der Brennpunkte, Optikprinzip, Symmetrie …) variiert die Sehqualität für verschiedene Entfernungen und Beleuchtungen. Wir möchten folgende wichtige Aussage nochmals unterstreichen:

INTRAOKULARLINSEN SIND NICHT ALLE GLEICH..

Es ist offensichtlich, dass sich das Sehen mit einer Monofokallinse vom Sehen mit einer implantierten Multifokallinse unterscheidet. Aber viele Menschen wissen nicht, dass auch innerhalb der Gruppe von Multifokallinsen, abhängig vom verwendeten Linsenmodell, das Sehen erheblich differiert.

Der Patient kann mit Hilfe der Linsenoptik scharf sehen (ähnlich des Sehens mit einem Brillenglas). Falls die Optik der Intraokularlinse nur einen Brennpunkt hat, steht die gesamte Optikfläche zur Verfügung, um an diesem Brennpunkt ein scharfes Bild zu erzeugen. Eine Multifokallinse hat verschiedene Zonen, für jeden Brennpunkt (jede Distanz) wird jeweils eine geringere Oberfläche der Linse verwendet. Auch wird das Licht auf die unterschiedlichen Bereiche aufgeteilt. Daraus kann eine reduzierte Sehqualität resultieren. Das vom Hersteller verwendete Optikdesign der Linse hat somit grossen Einfluss auf die Sehschärfe in verschiedenen Entfernungen und unter variierenden Lichtbedingungen.

Ihr Operateur muss nicht nur den Linsentyp wählen (multifokal, monofokal, torisch, nicht torisch …), sondern auch das für Sie am besten passende Linsenmodell. Und wie Sie auf dieser Webseite sehen können, gibt es viele Hersteller mit unterschiedlichen Modellen.
Alle vorgestellten Multifokallinsen sind auch in einer torischen Variante erhältlich (zusammen mit den Dioptrien für die Ferne und die Nähe kann also auch der Astigmatismus korrigiert werden). Wie oben bereits erwähnt, möchten wir Sie mit den Linsenmodellen vertraut machen, ohne auf weitere Eigenschaften wie Material oder Filter einzugehen. Diese Informationen sind über die Filter auffindbar, die Sie unter Linsenmodelle oder Suche Intraokularlinse aktivieren können.

    • Oculentis LENTIS Mplus X und Mplus Xtoric:

      Der Hersteller Oculentis verwendet zur Erzeugung einer Multifokalität ein patentiertes Design mit einer asymmetrischen Optik. Dadurch kann eine Reduktion der Sehqualität weitgehend vermieden werden. Die Linse weist eine Zone mit einem Nahzusatz für das Sehen in der Nähe auf. Das Design unterscheidet sich von allen anderen Multifokallinsen.
      Dieses Linsenmodell wird häufig verwendet und die Linsen Mplus X und Mplus Xtoric sind fast allen refraktiven Chirurgen bekannt.

    • FineVision und FineVision Toric:

      Intraokularlinse Finevision

      Die Linse Finevision des Herstellers Physiol  ist eine trifokale Intraokularlinse. Ein diffraktives Optikdesign ermöglicht Sehen in der Ferne, in Zwischendistanzen sowie in der Nähe. Sie ist auch als torische Variante unter dem Namen FineVision toric erhältlich.


      Intraokularlinse Finevision Toric
    • Zeiss AT LISA Tri und AT LISA Tri Toric:

      Intraokularlinse AT LISA TRI

      Die Linse AT LISA TRI von ZEISS ist eine trifokale Intraokularlinse. Auch hier wird ein diffraktives Optikprinzip verwendet, um die drei Brechwertzonen zu erhalten. Die torische Variante ist die AT LISA TRI TORIC.

      Intraokularlinse AT LISA TRI TORIC

    • AMO Symfony und AMO Symfony Toric


      Intraokularlinse TECNIS Symfony

      Die TECNIS Symfony ist die neueste multifokale Intraokularlinse des Herstellers AMO (Abbott Medical Optics). Es ist eine Ergänzung zur weiteren Multifokallinse von AMO, der TECNIS Multifocal. Die Symfony Linse hat ein innovatives Optikdesign, welches über ein diffraktives Design eine Erhöhung der Tiefenschärfe erlaubt.


      Intraokularlinse TECNIS Symfony Toric
    • Rayner M-Flex und M-FLEX toric


      Intraokularlinse Rayner M-Flex
      Die M-Flex ist das Intraokularlinsenmodell des Herstellers Rayner, das Optikdesign ist asphärisch bifokal.
      Intraokularlinse Rayner M-Flex Toric
    • Acrysof IQ ReSTOR und Acrysof IQ ReSTOR TORIC:


      Intraokularlinse Acrysof IQ ReSTOR
      Alcon ist einer der größten Hersteller von Intraokularlinsen weltweit. Die Multifokallinsen sind IQ ReSTOR und IQ ReSTOR TORIC zur zusätzlichen Korrektur des Astigmatismus. Multifokalität wird durch ein diffraktives bifokales Optikdesign gewährleistet
      Intraokularlinse Acrysof IQ ReSTOR TORIC

Asphärisch monofokale Intraokularlinsen

Diese Intraokularlinsen haben nur einen Brennpunkt, d.h. man kann nach einer Operation nicht ganz auf eine Brille verzichten (es sei denn man verwendet das Prinzip der Monovision). Das asphärische Linsendesign reduziert Aberrationen (kleine optische Fehler) und gewährleistet damit ein gutes Sehen besonders im Dunkeln.
Auch die hier vorgestellten Linsen sind ebenfalls als torische Variante zur zusätzlichen Astigmatismuskorrektur erhältlich:

  • LENTIS LS und LENTIS TPLUS


    Intraokularlinse LENTIS LS
    Die asphärischen monofokalen Modelle von Oculentis sind die LENTIS LS als nicht torische bzw. die LENTIS TPLUS X als torische Version zur Astigmatismuskorrektur.
    Intraokularlinse TPLUS X
  • enVista und enVista Toric


    Intraokularlinse enVista
    Die asphärische Monofokallinse von Bausch+Lomb ist das Modell enVista bzw. enVista Toric.
    Intraokularlinse enVista Toric
  • Zeiss CT ASPHINA und AT TORBI


    Intraokularlinse CT ASPHINA

    Das Linsenmodell ASPHINA ist eine asphärische nicht torische Linse des Herstellers Zeiss. Als Monofokallinse mit nur einem Brennpunkt und zusätzlicher Astigmatismuskorrektur bietet Zeiss die AT TORBI an.

    Intraokularlinse AT TORBI

Linsen additiv zur natürlichen Augenlinse:

Diese Linsen werden als phake Linsen bezeichnet, weil sie additiv zur natürlichen Augenlinse implantiert werden. Sie werden zur Korrektur von Fehlsichtigkeiten verwendet, wenn kein Eingriff an der Hornhaut oder an der Augenlinse vorgesehen ist.

  • ICL und ICL Toric


    Phake Linse ICL
    Am bekanntesten ist die ICL (Staar), die zwischen der Regenbogenhaut und der Linse eingesetzt wird sowie die Verisyse (AMO), die an der Iris befestigt wird.
    Normalerweise wird die ICL nicht nach dem 45. Lebensjahr verwendet. Mit der torischen ICL kann gleichzeitig auch ein Astigmatismus korrigiert werden.
    Phake Linse ICL Torisch
  • Verisyse


    Phake Linse Verisyse
    Die phake Linse Verisyse ist eine Linse des Herstellers AMO. Sie stellt eine Alternative zur ICL dar.

 

Linsen additiv zu einer Intraokularlinse:

Diese Linsen werden als Add-On Linsen bezeichnet, und können bestehende Rest-Fehlsichtigkeiten korrigieren. Sie sind eine Alternative zu einer Excimer Behandlung und können ebenfalls als multifokale Variante die Alterssichtigkeit beseitigen. Auch torische Varianten sind erhältlich.

  • Sulcoflex


    Add-On Linse Sulcoflex Multifocal asphärisch
    Die Sulcoflex ist eine Add-On Linse des Herstellers Rayner. Es gibt verschiedene Modelle: monofokal asphärisch, multifokal asphärisch sowie jeweils torische Modelle.
    Add-On Linse Sulcoflex Monofocal Tórisch

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