Monofokale Intraokularlinsen

Für wen sind Monofokallinsen geeignet?

Monofokale Intraokularlinsen sind ideal für Patienten geeignet, die nach einer Operation des Grauen Stars in der Ferne ein perfektes Sehen wünschen. Wenn beide Augen für die Ferne korrigiert werden, gewährleisten sie ein uneingeschränktes dreidimensionales Sehen ohne jegliche Minderung der Sehqualität. Da eine Monofokallinse ihre Brechkraft für das Sehen in der Nähe nicht verändern kann, ist für den Nahbereich immer eine Lesebrille erforderlich.
Einige Patienten entscheiden sich für eine alternative Korrektion. Diese Variante wird als “Monovision” bezeichnet. Im Falle einer Monovision werden die Linsen so berechnet, dass ein Auge für die Ferne und das andere Auge für die Nähe eingestellt wird. Folglich entsteht beim beidäugigen Sehen in allen Distanzen ein scharfes Netzhautbild – das Gehirn gewöhnt sich schnell an diese neuen Seheindrücke und ermöglicht so ein klar definiertes Sehen für Ferne und Nähe. Man muss somit keine Lesebrille mehr tragen und auch die Arbeit am Computer wird ohne Einschränkung der Sehqualität ermöglicht. Nur in wenigen Situationen ist nach der OP eine Brille nötig. Durch die unterschiedlichen Seheindrücke der Augen ist eine Reduktion des dreidimensionalen Sehens möglich. Für das Autofahren sollte daher eine Brille getragen werden.

Wie funktionieren monofokale Intraokularlinsen?

Seit vielen Jahrzehnten werden monofokale Intraokularlinsen zur Korrektur bei einer Operation des Grauen Stars verwendet. Sie ermöglichen scharfes Sehen nur für eine Entfernung, entweder für die Ferne, für die Zwischendistanzen oder für die Nähe. Die Lichtstrahlen, die von aussen auf das Auge fallen, werden zunächst von der Hornhaut abgelenkt und anschliessend von der Monofokallinse gebündelt. Die Lichtstrahlen werden durch dieses optische System auf einen bestimmten Punkt der Netzhaut projiziert, der Stelle des schärfsten Sehens, die auch als Makula bezeichnet wird.
Bei einer Linse, die für die Ferne berechnet wird, können folglich nur Lichtstrahlen aus der Ferne scharf auf der Netzhaut abgebildet werden. Um Gegenstände oder Schriften in der Nähe scharf sehen zu können, müsste eine Linse mit höherer Brechkraft verwendet werden. Eine Einstärkenlinse kann also nicht das Licht aus beiden Entfernungen scharf auf die Netzhaut projezieren – sie ist immer nur zur Abbildung einer Entfernungsebene berechnet. Die meisten Patienten, die sich für eine Monofokallinse entscheiden, möchten ohne Brille gut in der Ferne sehen und akzeptieren eine Lesebrille für den Nahbereich.

Varias Lentes Intraoculares Monofocales
Bilder verschiedener monofokaler Intraokularlinsen  (https://www.iohoyos.com) 

Vor- und Nachteile von monofokalen Intraokularlinsen

Standard Monofokallinsen sind sphärische Linsen. Bedingt durch den Aufbau induzieren sie kleine optische Fehler, sog. Aberrationen, die die Sehschärfe reduzieren. Bei sphärischen Linsen werden Lichtstrahlen, die durch die Mitte der Linse fallen, an einem anderen Ort gebündelt als Lichtstrahlen, die in der Peripherie gebrochen werden. Das Ausmass dieses Fehlers hängt mit der Größe der Pupille zusammen. Wird die Pupille größer (z.B. bei nächtlichem Autofahren), wird die sphärische Aberration – die unscharfe Abbildung – größer, der Seheindruck verschlechtert sich.
Entgegen kommende Scheinwerfer werden unscharf wahrgenommen, andere Gegenstände in der Ferne können schlechter oder erst später erkannt werden. Dieser Effekt wird umso stärker, je höher die Brechkraft der Intraokularlinse ist. Um diesen optischen Fehler zu korrigieren, werden heute vielfach asphärische Intraokularlinsen verwendet. Diese Linsen sind so konstruiert, dass die oben beschriebenen Fehlabbildungen nicht mehr auftreten. Asphärische Intraokularlinsen können das Sehen insbesondere in der Dämmerung und Nachts deutlich verbessern. Ebenfalls wird das Kontrastsehen optimiert.

monofocales
Beispiel sphärischer Aberration im Auge – parallel einfallende Lichtstrahlen werden nicht an einem Brennpunkt abgebildet.  Aberraciones en Lente Monofocal EsféricaAberrationen einer sphärischen monofokalen Intraokularlinse

               

Wie oben schon erläutert, können Monofokallinsen nur für eine Entfernung berechnet werden. Sie korrigieren das Sehen nur für die eine vom Patienten gewählte Distanz. Für alle anderen Distanzen ist eine Brille erforderlich. Für Patienten, die eine absolute Brillenfreiheit anstreben, sind Monofokallinsen daher nicht die optimale Lösung.

Patienten, die sich für die Option Monovision interessieren, können vor der Operation eine Simulation des Seheindrucks mit Kontaktlinsen austesten, um zu prüfen, ob ihr Gehirn sich an diese Art des Sehens gewöhnt. Ein hoher Prozentsatz verträgt die Monovision sehr gut. Es gibt aber auch Patienten, die mit der Monovision unzufrieden sind und sich daher für eine andere Art der Korrektur entscheiden.
Wenn Sie das Sehen für die Ferne und für die Nähe korrigieren möchten, aber keine Monovision anstreben, stehen heute einerseits akkomodative Linsen aber auch moderne vielversprechende Multifokallinsen zur Verfügung.

Aus welchem Material bestehen Intraokularlinsen?

Intraokularlinsen müssen aus Materialien gefertigt sein, die ohne jegliche Reaktion des Körpers im Auge verbleiben können. In den letzten Jahren ist eine Vielzahl von Materialien verwendet worden. Heute dominieren verschiedene Kunststoffe, die im Auge weder Abstossungsreaktionen noch Allergien hervorrufen. Sie verbleiben über Jahrzente im Auge. Neben Polymethylacrylaten (PMMA) gibt es Linsen aus Silikon oder harten bzw. weichen Acrylaten.
PMMA ist ein rigider Kunststoff, daher müssen die Schnitte im Auge für die Implantation dieser Linsen grösser sein. PMMA-Linsen werden heutzutage aus diesem Grund in der westlichen Welt nur noch selten verwendet. Silikon und Acrylate sind flexible Materialien. Die Linsen sind faltbar und können durch viel kleinere Schnitte in das Auge implantiert werden. Neueste Modelle werden lediglich über Mikroinzisionen in das Auge eingeführt. Die Linsen werden gefaltet, mittels Injektor in das Augeninnere gebracht, und entfalten sich dann im Auge am geplanten Implantationsort. Diese faltbaren Linsen ermöglichen Operationstechniken, die Nähte bei der Kataraktoperation völlig überflüssig machen. Die OP erfolgt auf eine sehr schonende Weise, die Heilung nach einer Operation erfolgt schneller, es werden weniger Komplikationen hervorgerufen. Dank der hohen Sicherheit und der hervorragenden optischen Qualitäten werden faltbaren Intraokularlinsen heutzutage am häufigsten verwendet.
Die o.g. Materialien werden nicht nur für Monofokallinsen verwendet, sondern ebenfalls für torische, multifokale und akkomodative Intraokularlinsen.
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