Operation der Alterssichtigkeit: Presbylasik oder Multifokale Intraokularlinse?

 

Zur operativen Korrektur der Alterssichtigkeit werden Patienten von Augenärzten häufig zwei Alternativen vorgeschlagen:

  • Kombinierte operative Korrektur einer eventuell bestehenden Fehlsichtigkeit sowie der Alterssichtigkeit mit dem Excimerlaser (Presbylasik)
  • Austausch der klaren Augenlinse durch eine multifokale Intraokularlinse.

Abhängig von der Eignung des Patienten für den jeweiligen Eingriff, sollten sich Patienten über die Vor- und Nachteile des gewählten Verfahrens informieren.

Das Problem: Früher oder später werden alle Menschen mit dem Problem der Alterssichtigkeit konfrontiert (Presbyopie).

Die Verringerung der Fähigkeit des Auges sich auf die Nähe einzustellen wird als Alterssichtigkeit bezeichnet. Es ist ein normaler Alterungsprozess und wird durch die Reduktion der Akkomodationskraft der Augenlinse verursacht. Als Akkomodation wird die Fähigkeit der Augenlinse bezeichnet, durch eine Änderung der Linsenform, Dinge in der Nähe scharf zu stellen.
Das erste Auftreten von Alterssichtigkeit ist teilweise abhängig von den Ausgangsbrechwerten des Auges. Gering kurzsichtige Patienten bemerken die Symptome häufig erst später, wohingegen weitsichtige Patienten früher über eine Verschlechterung des Nahsehens klagen.

Welche Fortschritte sind in der Augenheilkunde erzielt worden, um auch eine Alterssichtigkeit operativ beseitigen zu können?

Fehlsichtigkeiten wie Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit oder Astigmatismus können schon seit vielen Jahren mit sehr guten Ergebnissen operativ korrigiert werden. Die Operation der Alterssichtigkeit hingegen kann bisher noch nicht mit gleich hoher Patientenzufriedenheit durchgeführt werden.
Heutzutage existieren verschiedene operative Methoden, um Alterssichtigkeit zu beseitigen. Aber keine Technik kann bisher eine perfekte Lösung erreichen. Falls es die eine Lösung geben würde, wäre ein Vergleich verschiedener Verfahren gar nicht nötig.

In der Augenheilkunde haben sich verschiedene Techniken entwickelt, die entweder die Hornhaut oder die Augenlinse betreffen.

Das Ziel: Multifokalität, um in allen Entfernungen ohne Brille scharf sehen zu können.

Die jugendliche Augenlinse erlaubt aufgrund ihrer Fähigkeit zur Akkomodation sowohl Dinge in der Ferne als auch in der Nähe scharf sehen zu können. Damit ist diese Linse im wahrsten Sinne multifokal. Die Fähigkeit zur Akkomodation reduziert sich kontinuierlich mit zunehmenden Alter, so dass bei Einsetzen der Alterssichtigkeit eine Nahbrille benutzt werden muss. Ein Auge ohne Akkomodation wäre ein monofokale Auge.

Operative Lösungen versuchen wieder ein multifokales Sehen zu erlauben. Dafür werden verschiedene Ansätze verfolgt:

  • Multifokalität in der Hornhaut: Seit langer Zeit werden Behandlungsprofile mit dem Excimerlaser eingesetzt, die die Hornhaut so modulieren, dass unterschiedliche Brechungszonen geschaffen werden.
  • Austausch der natürlichen Augenlinse durch eine künstliche multifokale Intraokularlinse. Eine solche Linse kann über ein spezielles Optikdesign Gegenstände in verschiedenen Entfernungen scharf auf der Netzhaut abbilden.

Aktuelle Lösungen:

In der wissenschaftlichen Literatur finden sich viele Studien über die Ergebnisse der beiden operativen Verfahren (Hornhaut-Laser oder Multifokallinse), die Ergebnisse sind aber nicht immer eindeutig. Während einige Autoren/Augenchirurgen die Hornhautchirurgie bevorzugen, sehen andere Vorteile bei der intraokularen Chirurgie.

Sowohl die Presbylasik als auch die Implantation einer Multifokallinse haben ihre jeweiligen Vor- und Nachteile:

Korrektur der Alterssichtigkeit mittels Excimerlaser wird als Prebylasik bezeichnet und stellt eine Modifikation der konventionellen Lasik dar.

  • Die Hornhautchirurgie ist ein Eingriff am äußeren Auge, das operative Risiko ist damit geringer als bei einer Operation im Augeninnern.
  • Die Operation ist normalerweise nicht reversibel.
  • Nicht alle Patienten tolerieren nach einer Presbylasik den Seheindruck. Da der Eingriff nicht wieder rückgängig gemacht werden kann, stellt diese Tatsache ein Problem dar.
  • Diese Technik hat keinen Einfluss auf eine eventuell später sich entwickelnde Katarakt.
  • Nach einer Presbylasik ist die Berechnung der Intraokularlinse im Rahmen einer Kataraktoperation erhebliches schwieriger und deutlich unpräziser. Dadurch sind die Ergebnisse nach einer Kataraktoperation häufiger weniger zufriedenstellend.
  • Die Möglichkeit der Dioptrienkorrektur mittels eines Hornhautlasers ist limitiert. Hohe Weitsichtigkeiten können mit dem Excimerlaser nicht gut operiert werden, Daher kann Presbylasik bei weitsichtigen Patienten häufig nicht eingesetzt werden. Weitsichtige Patienten neigen nach einer Laserbehandlung zu Regressionen (Tendenz der Hornhaut, sich nach einer Operation zu ihren Ursprungswerten zurückzubilden). Diese Tatsache der Regression kann im Zusammenhang mit einer Presbylasik problematisch werden.
  • Daher kann der Effekt nach einigen Jahren deutlich nachlassen und die Patienten klagen erneut über die gleichen Symptome wie vor der Operation.

Die operative Korrektur der Alterssichtigkeit mit einer multifokalen Intraokularlinse ist ein intraokularer Eingriff. Das Auge muss also im Rahmen der Operation eröffnet werden.

  • Der chirurgische Eingriff ist komplexer. Mit moderner Technologie durchgeführt kann er aber als sicher und präzise bezeichnet werden (es ist die häufigste Operation der Welt nach Durchführung von Geburten).
  • Die Qualität von Intraokularlinsen hat sich in den letzten Jahren deutlich verbessert. Die überwiegende Mehrheit der Patienten kann in allen Distanzen scharf sehen, ohne dass die Fernsicht beeinträchtigt wird.
  • Alle Multifokallinsen reduzieren das Kontrastsehen und können optische Phänomene hervorrufen. Die Linsen der neuesten Generation werden aber von fast allen Patienten problemlos vertragen.
  • Bei diesem Eingriff handelt es sich um eine endgültige Lösung. Nach Entfernung der natürlichen Augenlinse kann sich keine Katarakt mehr entwickeln. Nach einer Operation verändert sich das optische System Auge nicht mehr.
  • Falls eine geringe Rest-Fehlsichtigkeit bestehen sollte, kann diese in der Regel leicht mit dem Excimerlaser behandelt werden.

Welche Lösung soll ich wählen?

Man kann momentan folgendes feststellen:

  • Bei Vorliegen einer Katarakt sind Multifokallinsen ohne Zweifel die beste Lösung, um auch die Alterssichtigkeit zu korrigieren.
  • Auch bei hoher Weitsichtigkeit zusätzlich zur Alterssichtigkeit sollte die Lösung mit Multifokallinsen bevorzugt werden.

Viele Augenärzte präferieren heute die Lösung mit Multifokallinsen, wohingegen viele Patienten eher einen Eingriff an der Hornhaut wünschen, da dieser weniger invasiv ist und somit weniger Ängste bei Patienten verursacht.

Wie immer hängt die letzte Entscheidung von der individuellen Ausgangssituation ab und nur Ihr Augenarzt kann Ihnen die für Sie beste Methode empfehlen.
Hinweis: Um einen umfassenden Vergleich der operativen Möglichkeiten zu ermöglichen, müssen noch die weiteren Konzepte berücksichtigt werden – Monovision und Hornhautimplantate. Diese werden wir in Kürze vorstellen.

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