Phake Intraokularlinsen

Was versteht man unter phaken Intraokularlinsen und welche Arten gibt es?

Als phake Intraokularlinsen bezeichnet man Linsen, die zusätzlich zur körpereigenen Linse in das Auge implantiert werden. Man unterscheidet Linsen, die in die Vorderkammer implantiert werden von Linsen, die in die Hinterkammer zwischen Iris und Linse in einem als Sulcus bezeichneten Raum positioniert werden.

Momentan werden zwei phake Linsentypen angeboten: VISIAN ICL und VERISYSE

Die Visian ICL-Linse (Implantable Collamer Lens) besteht aus dem flexiblen Material Kollamer, das sehr gut vom Auge vertragen wird. Da die Linse faltbar ist, kann sie einfach und durch einen sehr kleinen Schnitt implantiert werden. Hergestellt und vertrieben von der Firma STAAR Surgical, muss sie in die Hinterkammer zwischen Iris und natürlicher Augenlinse gesetzt werden. Daher kann sie auch von aussen nicht gesehen werden. Nur an der Spaltlampe, dem speziellen Untersuchungsgerät der Augenärzte, kann der Experte sie erkennen. Dieser Linsentyp kann zuverlässig Myopie, Hyperopie und Astigmatismus korrigieren.

lente visian icl
Implantierte Visian ICL-Linse

Im Gegensatz dazu wird die Verisyse-Linse aus dem rigiden Material PMMA (Polymetylacrylat) hergestellt. Es liegt aber auch eine faltbare Version vor, die aus Polysiloxan bestehende Veriflex. Sie ermöglicht kleinere Inzisionen. Beide Linsen werden in die Vorderkammer gesetzt und mit Hilfe von Bügeln an der Vorderfläche der Regenbogenhaut befestigt.

Sie kann von aussen bei genauem Hinschauen und kurzer Distanz gesehen werden. Diese Linsen können Myopie und Astigmatismus korrigieren.

lente verisyse
Verisyse- Linse

Wie ist das chirurgische Verfahren? Ist es sicher? Was kann ich von phaken Intraokularlinsen erwarten?

VOR DER CHIRURGIE:

Falls Sie Kontaktlinsen tragen, dürfen Sie weiche Linsen 2 Wochen und harte Kontaktlinsen 6 Wochen vor der Augenuntersuchung zur Operationsplanung nicht mehr benutzen. Die Kontaktlinsen verändern die Hornhautkrümmungen und für richtige Kalkulationen sind die natürlichen Krümmungen entscheidend und wichtig.  .

Falls Sie eine ICL zur Korrektur der Weitsichtigkeit erhalten, kann es möglich sein, dass Ihr Augenchirurg Sie zur Anlage einer Iridotomie mit einem YAG-Laser einbestellt. Darunter versteht man ein kleines Loch in der Regenbogenhaut, dass notwendig ist, um den Augeninnendruck stabil zu halten. Auf diese Weise kann das Kammerwasser im Auge frei zirkulieren, ein möglicher Anstieg des Druckes wird vermieden. Diese Behandlung wird in der Praxis Ihres Augenarztes durchgeführt, dauert nur Sekunden und ist schmerzfrei. Für kurzsichtige Patienten liegt seit kurzem die neueste ICL-Version mit aqua-flow vor, bei der keine Iridotomie mehr erforderlich ist. Ein zentrales Loch in der Optik gewährleistet den Kammerwasseraustausch, der Augeninnendruck ist postoperativ stabil und wahrscheinlich wird durch diese Neuerung auch eine seltene Komplikation, das Auftreten des Grauen Stars, noch weiter reduziert. Eine Iridotomie bei weitsichtigen Patienten ist aber weiter noch erforderlich.

DER TAG DER OP:

Ein Eingriff mit phaken Linsen dauert in den Händen eines erfahrenen Chirurgen nur etwa 10 Minuten. Sie sollten aber eine Begleitperson mitnehmen, da Sie an diesem Tag kein Auto fahren dürfen.

Zunächst wird man Ihnen Augentropfen zur Betäubung des Auges verabreichen. Manchmal wird auch ein Beruhigungsmittel verabreicht.

Die Operation beginnt mit dem Anlegen der Inzisionen, bei der Verisyse 6 mm, für die Veriflex nur 3,2 mm. Die Inzision für die Visian-ICL benötigt nur eine Länge von 2,8 mm.

Verisyse und Veriflex werden in die Vorderkammer implantiert, die Visian ICL in die Hinterkammer zwischen Iris und natürlicher Augenlinsen. Eine Naht des Schnittes ist nur bei der Verisyse erforderlich.

Zum Schluss wird häufig das operierte Auge zum Schutz mit einem Verband verbunden, der meist aber nur bis zum nächsten Tag getragen werden muss.  Ihr Augenarzt wird Ihnen Augentropfen verschreiben, die sie nach Anweisung unbedingt träufeln müssen.

NACH DER OP:

Nach Implantation von phaken Intraokularlinsen bemerken die Patienten eine deutliche Sehverbesserung unmittelbar nach der Operation. Gelegentlich kann das Sehen aber noch etwas verschwommen sein, die Augen können sensibler reagieren und es kann eine erhöhte Blendempfindlichkeit vorliegen. In seltenen Fällen kann die Stabilisierung der Sehkraft 2-4 Wochen dauern. Im Allgemeinen ist die Heilung nach ICL-Operation schneller als nach einer Implantation der Verisyse. Selten werden geringe Beschwerden wie ein Sandkörpergefühl angegeben.

Eine Folgeuntersuchung am 1. Tag nach der Operation ist immer notwendig. Folgen Sie  bitte genau den Anweisungen Ihres Augenarztes und nehmen die verschriebenen Augentropfen nach Plan. Ebenfalls dürfen Sie nicht die weiteren Folgeuntersuchungen verpassen, um mögliche Komplikationen zu vermeiden. Drücken Sie nicht auf das Auge, vermeiden Sie größere körperliche Belastungen bis die Heilung abgeschlossen ist.

Normalerweise können die meisten Patienten ihren normalen Beschäftigungen sofort wieder nachgehen, es sei denn Ihr Augenarzt empfiehlt es anders.

Wer ist für diese Art Augenimplantat geeignet?

Ideale Patienten sind diejenigen, die sich Brillenfreiheit wünschen, die nicht mit dem Laser behandelt werden können oder die, die eine höchste Sehqualität anstreben. Die Linsen sind so konstruiert, dass sie anschliessend dauernd im Auge verbleiben können.

WAS PASSIERT, WENN NACH DER IMPLANTATION EINER PHAKEN LINSE EIN GRAUER STAR AUFTRITT?

Kein Problem. Der grosse Vorteil dieser Techniken ist die volle Reversibilität. Die Linsen können so, wie sie implantiert worden sind, auch wieder aus dem Auge entfernt werden. Anschliessend kann eine normale Katarakt-Operation bzw. Entfernung der körpereigenen Linse mit nachfolgender Implantation einer neuen Intraokularlinse erfolgen.

In diesem Zusammenhang ist es von Bedeutung, dass refraktive Laserchirurgie die Hornhaut immer verändert und die Krümmungsradien der Hornhaut modifiziert.

Zögern Sie nicht einen spezialisierten Augenarzt für eine komplette Untersuchung anzusprechen und nach mehr Informationen zu fragen. Auf diese Art finden Sie heraus, ob Sie für eine Implantation einer phaken Intraokularlinse geeignet sind.  

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